Junge Frau lacht mit unauffälligen Keramikbrackets

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Selbstligierende Keramikbrackets: Clip statt Gummi – was steckt dahinter?

Zahnfarbene Brackets mit kleinem Clip statt Gummiringen: Wir erklären, wie selbstligierende Keramikbrackets wie Empower® 2 Clear funktionieren, für wen sie sich eignen und was sie kosten.

Von Roger Ohlhäuser, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie · Stand: Oktober 2026 · ca. 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Keramikbrackets bestehen aus durchscheinendem Material und sind im Alltag deutlich unauffälliger als Metallbrackets.
  • Selbstligierend heißt: Ein kleiner Clip hält den Drahtbogen – Gummiringe (Ligaturen) sind nicht nötig.
  • Ohne Ligaturen entfallen deren mögliche Verfärbungen, und es gibt weniger Nischen für Beläge.
  • In unserer Praxis setzen wir Empower® 2 Clear von American Orthodontics ein.
  • Keramikbrackets sind eine private Zusatzleistung – auf Wunsch auch in Raten zahlbar.

Was sind selbstligierende Brackets?

Bei einer klassischen festen Zahnspange wird der Drahtbogen mit kleinen Gummiringen oder dünnen Drahtligaturen an jedem Bracket befestigt. Selbstligierende Brackets kommen ohne diese Ligaturen aus: In das Bracket ist ein kleiner Clip eingebaut, der den Bogen hält.

Zum Wechseln des Bogens öffnet die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde den Clip mit einem Instrument, setzt den neuen Bogen ein und schließt den Clip wieder – ganz ohne neue Gummiringe.

Keramik: Warum die Brackets so unauffällig sind

Keramikbrackets bestehen aus einem durchscheinenden Keramikmaterial, das sich an die natürliche Zahnfarbe anpasst. Aus der Nähe sind sie erkennbar, im Alltag fallen sie aber deutlich weniger auf als Metallbrackets. Der dünne Drahtbogen bleibt sichtbar.

Bei den Empower® 2 Clear, die wir in unserer Praxis verwenden, ist das Bracket aus polykristalliner Keramik gefertigt; der Clip besteht aus Metall und ist im Mund nur als feine Linie zu sehen.

Mehr zu den Brackets, die wir einsetzen, finden Sie auf unserer Seite Keramikbrackets Empower® 2 Clear.

Vorteile und was Sie beachten sollten

Selbstligierende Keramikbrackets im Überblick

Vorteile

  • Durchscheinend und im Alltag unauffällig
  • Keine Gummiringe – deren mögliche Verfärbungen entfallen
  • Weniger Nischen ohne Ligaturen – das kann die Zahnpflege erleichtern
  • Bogenwechsel durch Öffnen und Schließen des Clips
  • Flache, abgerundete Form

Zu beachten

  • Private Zusatzleistung, nicht von der gesetzlichen Kasse übernommen
  • Keramik ist etwas größer als sehr kleine Metallbrackets
  • Stark färbende Lebensmittel trotzdem in Maßen genießen
  • Nicht jede Fehlstellung eignet sich gleichermaßen – das klären wir vorab

Für wen eignen sich Keramikbrackets?

Keramikbrackets sind vor allem für Jugendliche und Erwachsene interessant, die eine feste Zahnspange möglichst dezent tragen möchten – etwa im Beruf, in der Ausbildung oder auf Fotos. Ob sie für Ihre Zahnfehlstellung geeignet sind, entscheiden wir nach einer gründlichen Untersuchung.

Alternativ kommen je nach Befund auch nahezu unsichtbare Schienen (Aligner) infrage. Einen Überblick bietet unser Ratgeber zu zahnfarbenen Keramikbrackets sowie der Zahnspangenvergleich.

Pflege im Alltag

  • Nach jeder Mahlzeit gründlich putzen – am besten mit einer weichen Zahnbürste und Interdentalbürstchen.
  • Kaffee, Tee, Rotwein oder Curry in Maßen genießen und danach die Zähne putzen oder den Mund ausspülen.
  • Sehr harte oder klebrige Lebensmittel meiden, damit sich kein Bracket löst.
  • Regelmäßig zu den Kontrollterminen kommen – so behalten wir den Fortschritt im Blick.

Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei Kindern und Jugendlichen mit entsprechendem Befund die Kosten der Standardversorgung mit Metallbrackets. Keramikbrackets sind eine private Zusatzleistung: Die Mehrkosten tragen Sie selbst, private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif.

Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie von uns einen transparenten Kostenplan. Wer die Kosten verteilen möchte, kann über unseren Abrechnungspartner in Raten zahlen – bis zu 6 Monate zinsfrei.

Häufige Fragen

Sind selbstligierende Brackets dasselbe wie Keramikbrackets?

Nein. Selbstligierend beschreibt das Befestigungsprinzip (Clip statt Gummi), Keramik das Material. Empower® 2 Clear verbinden beides: zahnfarbene Keramik und einen integrierten Clip.

Verfärben sich Keramikbrackets?

Da keine Gummiligaturen verwendet werden, entfallen deren mögliche Verfärbungen. Stark färbende Lebensmittel sollten Sie trotzdem in Maßen genießen und danach die Zähne putzen.

Tut das Einsetzen weh?

Das Aufkleben der Brackets ist schmerzfrei. In den ersten Tagen und nach Bogenwechseln kann ein Druckgefühl auftreten, das meist schnell nachlässt.

Werden die Brackets am Ende schonend entfernt?

Ja. Die Brackets werden am Behandlungsende mit einem speziellen Instrument abgelöst; die strukturierte Basis der Empower® 2 Clear unterstützt laut Hersteller ein kontrolliertes Ablösen.

Roger Ohlhäuser, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie

Über den Autor

Roger Ohlhäuser ist Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und leitet die Facharztpraxis im Gesundheitszentrum Vitalis Bergstraße in Dossenheim bei Heidelberg. Seit seiner Approbation 1998 hat er mehr als 230 Fortbildungen besucht; er ist Mitglied der DGAO und der World Federation of Orthodontists. Mehr zu Fortbildung & Qualifikation

Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung und Beratung.

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Gerne beantworten wir Ihre Fragen in einem persönlichen Beratungstermin in unserer Praxis in Dossenheim bei Heidelberg.

Roger Ohlhäuser – Facharzt für Kieferorthopädie in Heidelberg & Dossenheim
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