Beratung mit digitalem 3D-Scan in der Praxis

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Der erste Termin beim Kieferorthopäden: Ablauf, 3D-Scan statt Abdruck

Was passiert beim ersten Besuch in der kieferorthopädischen Praxis, und was sollten Sie mitbringen? Wir erklären den Ablauf Schritt für Schritt und den Unterschied zwischen klassischem Abdruck und digitalem 3D-Scan.

Von Roger Ohlhäuser, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie · Stand: Oktober 2026 · ca. 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der erste Termin dient dem Kennenlernen, der Untersuchung und der Klärung, ob und wann eine Behandlung sinnvoll ist.
  • Wir empfehlen eine erste kieferorthopädische Untersuchung im Alter von etwa 6 bis 7 Jahren, damit frühe Behandlungsanlässe nicht übersehen werden.
  • Für Unterlagen wie Modelle setzen wir einen Intraoralscanner ein: Ein digitaler 3D-Scan ersetzt die klassische Abdruckmasse.
  • Studien zeigen, dass viele Patientinnen und Patienten, auch Kinder, den Scan als angenehmer empfinden als einen Abdruck.
  • Bei gesetzlich Versicherten wird ein Behandlungsplan vor Beginn bei der Krankenkasse eingereicht und genehmigt.

Erster Termin beim Kieferorthopäden: Ablauf im Überblick

Kurz gesagt: Beim ersten Termin beim Kieferorthopäden stehen Gespräch, Untersuchung und eine erste Einschätzung im Mittelpunkt – eingesetzt wird in der Regel noch nichts. Ist eine Behandlung sinnvoll, folgen Unterlagen wie ein digitaler 3D-Scan statt Abdruck. Bringen Sie zum Ablauf Versichertenkarte und vorhandene Befunde mit.

Viele Eltern und Erwachsene fragen sich vor dem ersten Besuch: Wie ist beim ersten Termin beim Kieferorthopäden der Ablauf? Die gute Nachricht: Beim ersten Termin wird in der Regel noch nichts eingesetzt. Es geht ums Kennenlernen, um Ihre Fragen und um eine erste Einschätzung der Zahn- und Kieferstellung. In unserer Praxis in Dossenheim planen wir den ersten Termin deshalb so, dass ausreichend Raum für Ihre Fragen bleibt.

Rund zwei Drittel der Erstbesuche erfolgen laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale auf Empfehlung der Hauszahnarztpraxis. Sie können aber auch selbst einen Termin vereinbaren, wenn Ihnen etwas an den Zähnen Ihres Kindes oder an Ihren eigenen Zähnen auffällt. Bei uns ist beides möglich; vorhandene Unterlagen aus der Zahnarztpraxis beziehen wir in die Untersuchung ein.

Der Ablauf lässt sich grob in die folgenden Schritte gliedern. Je nach Alter und Befund kann er etwas variieren.

1

Begrüßung und Anamnese

Wir besprechen Ihr Anliegen und fragen nach allgemeiner Gesundheit, Vorerkrankungen, Medikamenten und Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder Mundatmung.

2

Untersuchung

Der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie betrachtet Zähne, Biss, Kiefergelenke, Lippen- und Zungenfunktion sowie den Zahnwechsel.

3

Erste Einschätzung

Sie erfahren, ob eine Behandlung voraussichtlich sinnvoll ist, ob sie jetzt oder später beginnen sollte und ob ein Anspruch auf eine Kassenbehandlung bestehen könnte.

4

Diagnostische Unterlagen

Falls eine Behandlung geplant wird, folgen digitale 3D-Scans der Zahnbögen, Fotos und – nur wenn medizinisch erforderlich – Röntgenaufnahmen.

5

Planung und Besprechung

Auf Basis der Unterlagen erstellen wir einen Behandlungsplan und besprechen mit Ihnen Ablauf, Dauer, Alternativen und Kosten.

6

Antrag bei der Kasse

Bei gesetzlich Versicherten wird der Plan vor Behandlungsbeginn bei der Krankenkasse eingereicht und genehmigt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den ersten Besuch?

Wir empfehlen eine erste kieferorthopädische Untersuchung im Alter von etwa 6 bis 7 Jahren. Das bedeutet nicht, dass dann sofort behandelt wird. Die meisten regulären Behandlungen beginnen laut Verbraucherzentrale erst im späten Wechselgebiss, also oft zwischen 10 und 13 Jahren. Entscheidend ist der Entwicklungsstand der Zähne, nicht das Kalenderalter. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Ab wann zum Kieferorthopäden mit Kind?.

Eine frühe Untersuchung hilft, bestimmte Befunde rechtzeitig zu erkennen, bei denen die Richtlinien der Krankenkassen eine Frühbehandlung vorsehen, etwa einen seitlichen Kreuzbiss. Nach Daten der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie hatten rund 40 Prozent der 8- bis 9-Jährigen einen Behandlungsbedarf nach den Kriterien der gesetzlichen Krankenversicherung.

Behandlungsbedarf bei 8- bis 9-Jährigen nach KIG
  • KIG 12,5 %
  • KIG 257 %
  • KIG 310 %
  • KIG 425 %
  • KIG 55 %

Kassenleistung bei KIG 3 bis 5 – zusammen 40,5 Prozent der untersuchten Kinder.

Quelle: Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), via zm-online, 2022

Für Erwachsene gibt es keine Altersgrenze für eine Untersuchung; mehr dazu im Ratgeber Zahnspange als Erwachsener. Mehr zu Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene lesen Sie auf der Seite unsichtbare Zahnschiene für Erwachsene, zu Kindern auf der Seite herausnehmbare Zahnspange für Kinder.

Was sollten Sie zum ersten Termin mitbringen?

Mit ein wenig Vorbereitung läuft der erste Termin entspannter. Diese Unterlagen und Informationen sind hilfreich:

  • Versichertenkarte (elektronische Gesundheitskarte) bzw. Angaben zur privaten Versicherung oder Beihilfe
  • Überweisung oder Befundbericht der Zahnarztpraxis, falls vorhanden
  • Vorhandene Röntgenbilder der letzten Zeit oder den Hinweis, wo diese gemacht wurden – so lassen sich doppelte Aufnahmen vermeiden
  • Eine Liste regelmäßig eingenommener Medikamente und bekannter Allergien
  • Bei Kindern: das Kinder-Untersuchungsheft oder Informationen zu früheren Behandlungen, Lutschgewohnheiten und Sprachtherapie
  • Ihre Fragen, am besten vorab notiert
  • Bei Minderjährigen: eine erziehungsberechtigte Begleitperson

Gut zu wissen Putzen Sie vor dem Termin gründlich die Zähne. Das ist nicht nur angenehm, sondern verbessert auch die Qualität von Fotos und 3D-Scans.

Praxis-Tipp von Roger Ohlhäuser Notieren Sie sich vor dem Termin, was Ihnen aufgefallen ist und seit wann – etwa Kieferknacken, Schwierigkeiten beim Abbeißen oder Gewohnheiten wie Daumenlutschen. Kindern hilft es, wenn Sie vorab ruhig erklären, dass beim ersten Mal vor allem geschaut wird.

3D-Scan statt Abdruck: Wie funktioniert der Intraoralscanner?

Früher wurden für die Planung Abdrücke mit einer Abformmasse genommen. Dazu wird ein Löffel mit weicher Masse in den Mund gesetzt, bis das Material fest ist. Viele empfinden das als unangenehm, manche verspüren einen Würgereiz.

In unserer Praxis setzen wir stattdessen einen Intraoralscanner ein. Das ist ein kleines Handstück mit Kamera, das über die Zähne geführt wird. Es nimmt in schneller Folge Bilder auf, aus denen der Computer ein dreidimensionales Modell der Zahnbögen und des Bisses berechnet. Das Ergebnis sehen Sie direkt auf dem Bildschirm, und wir erklären Ihnen anhand des Modells, was uns an Zahnstellung und Biss auffällt.

Praxis-Tipp von Roger Ohlhäuser Wenn Sie oder Ihr Kind zu Würgereiz neigen, sagen Sie uns das bitte vor dem Scan. Wir können dann Pausen einlegen und gehen in Ihrem Tempo vor.

KriteriumKlassischer AbdruckDigitaler 3D-Scan
VorgehenLöffel mit Abformmasse, die im Mund aushärtetKleines Kamera-Handstück wird über die Zähne geführt
EmpfindenFür manche unangenehm, Würgereiz möglichIn Studien von vielen als angenehmer empfunden, auch von Kindern
ErgebnisGipsmodell, das gelagert werden mussDigitales 3D-Modell, sofort am Bildschirm sichtbar
GenauigkeitBewährter StandardLaut Übersichtsarbeiten klinisch akzeptabel
WeiterverwendungFür Geräte im Labor nutzbarDigital an Labor oder Aligner-Planung übermittelbar

Eine Übersichtsarbeit der Universität Bern und eine Studie in Frontiers in Pediatrics kommen zu dem Ergebnis, dass Patientinnen und Patienten Intraoralscans häufig als angenehmer empfinden als konventionelle Abdrücke. Die Genauigkeit wird als klinisch akzeptabel beschrieben, wobei die Evidenzqualität teils gering ist. In Einzelfällen kann ein klassischer Abdruck weiterhin sinnvoll sein; das besprechen wir dann vorher mit Ihnen.

Welche Methode bevorzugten Kinder?
  • Digitaler 3D-Scan96,9 %
  • Klassischer Abdruck3,1 %

Kleine randomisierte Crossover-Studie mit 32 sechsjährigen Kindern; Ergebnisse nur eingeschränkt verallgemeinerbar.

Quelle: Angeldonis-Hurtado et al., Pesquisa Brasileira em Odontopediatria e Clínica Integrada, 2026

In derselben Studie dauerte der digitale Scan im Mittel rund 128 Sekunden, der konventionelle Abdruck rund 202 Sekunden. Wegen der geringen Teilnehmerzahl ist die Aussagekraft begrenzt – sie passt aber zu den Ergebnissen der genannten Übersichtsarbeiten.

Welche weiteren Unterlagen braucht der Kieferorthopäde?

Für eine sorgfältige Planung reichen Scans allein nicht immer aus. Je nach Befund kommen weitere Unterlagen hinzu. Dazu gehören Fotos von Gesicht und Zähnen, die den Ausgangsbefund dokumentieren und den Verlauf nachvollziehbar machen.

Röntgenaufnahmen wie ein Übersichtsbild der Zähne oder eine seitliche Schädelaufnahme werden nur angefertigt, wenn sie für Diagnose und Planung erforderlich sind. Liegen bereits aktuelle Aufnahmen vor, etwa aus der Zahnarztpraxis, berücksichtigen wir diese.

Digitale Werkzeuge können die Auswertung unterstützen. Die Diagnose und die Entscheidung über die Behandlung trifft jedoch immer der Kieferorthopäde. In unserer Praxis ist das Roger Ohlhäuser, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, approbiert seit 1998, Mitglied der DGAO und Fellow der WFO; er hat mehr als 230 Fortbildungen besucht.

Wie geht es nach dem ersten Termin weiter?

Ist noch keine Behandlung nötig, vereinbaren wir bei Kindern meist einen Kontrolltermin, um den Zahnwechsel zu beobachten. Ist eine Behandlung sinnvoll, folgt ein Beratungsgespräch, in dem wir Ihnen den Plan, mögliche Alternativen und die voraussichtlichen Kosten erläutern und Ihre Fragen beantworten.

Für gesetzlich versicherte Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gilt: Bei einer Fehlstellung der KIG-Stufen 3 bis 5 besteht Anspruch auf eine kieferorthopädische Kassenbehandlung. Der Behandlungsplan muss vor Beginn bei der Krankenkasse eingereicht und genehmigt werden. Wünschen Sie zusätzliche Leistungen, werden diese vorab schriftlich vereinbart; die Kosten sind abhängig von Befund und Aufwand (GOZ). Einen Überblick bietet unser Ratgeber Zahnspange: Kosten und Kasse.

Für Erwachsene übernimmt die gesetzliche Krankenkasse eine Behandlung nur bei schweren Kieferfehlstellungen, die eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung erfordern. In anderen Fällen erhalten Sie vor Beginn einen schriftlichen Kostenplan.

Anfahrt zur Praxis in Dossenheim bei Heidelberg

Unsere Praxis befindet sich im Gesundheitszentrum Vitalis Bergstraße, Handschuhsheimer Landstraße 11 in Dossenheim, direkt an der Stadtgrenze zu Heidelberg-Handschuhsheim. Die Haltestelle Dossenheim Süd der RNV-Linien 5 und 21 liegt rund 100 Meter entfernt.

Auch aus Heidelberg und den umliegenden Orten ist die Praxis gut erreichbar. Mehr dazu auf unserer Seite Kieferorthopäde für Handschuhsheim.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der erste Termin beim Kieferorthopäden?

Das hängt vom Anliegen und vom Alter ab. Planen Sie für den ersten Termin etwas Zeit für Gespräch, Untersuchung und Ihre Fragen ein. Die genaue Dauer nennen wir Ihnen gern bei der Terminvereinbarung.

Tut die Untersuchung beim Kieferorthopäden weh?

Die Erstuntersuchung besteht aus Gespräch, Betrachtung von Zähnen und Biss sowie gegebenenfalls Fotos und Scans. Dabei wird nichts gebohrt oder eingesetzt. Bei uns geht es beim ersten Termin in Ruhe ums Anschauen und Kennenlernen.

Ist ein 3D-Scan ohne Abdruckmasse möglich?

Ja, mit einem Intraoralscanner werden die Zähne digital erfasst, ohne dass Abformmasse in den Mund kommt. In Studien empfinden viele Patientinnen und Patienten den Scan als angenehmer. In einzelnen Situationen kann ein klassischer Abdruck dennoch sinnvoll sein.

Brauche ich eine Überweisung für den ersten Termin?

Viele Patientinnen und Patienten kommen auf Empfehlung ihrer Zahnarztpraxis. Wenn Sie eine Überweisung oder einen Befundbericht haben, bringen Sie diese bitte mit. Sprechen Sie uns bei der Terminvereinbarung gern an, wenn Sie unsicher sind.

Ab welchem Alter sollte mein Kind zum Kieferorthopäden?

Wir empfehlen eine erste Untersuchung im Alter von etwa 6 bis 7 Jahren. So lassen sich Befunde erkennen, bei denen eine frühe Behandlung sinnvoll sein kann. Eine reguläre Behandlung beginnt meist später im Wechselgebiss.

Wird beim ersten Termin geröntgt?

Nicht automatisch. Röntgenaufnahmen werden nur angefertigt, wenn sie für Diagnose und Planung erforderlich sind. Vorhandene aktuelle Aufnahmen aus der Zahnarztpraxis berücksichtigen wir gern.

Roger Ohlhäuser, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie

Über den Autor

Roger Ohlhäuser ist Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und leitet die Facharztpraxis im Gesundheitszentrum Vitalis Bergstraße in Dossenheim bei Heidelberg. Seit seiner Approbation 1998 hat er mehr als 230 Fortbildungen besucht; er ist Mitglied der DGAO und der World Federation of Orthodontists. Mehr zu Fortbildung & Qualifikation

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Sie möchten einen ersten Untersuchungstermin für sich oder Ihr Kind vereinbaren? Wir freuen uns auf Sie in unserer Praxis in Dossenheim an der Grenze zu Heidelberg-Handschuhsheim. Termin vereinbaren

Roger Ohlhäuser – Fachzahnarzt für Kieferorthopädie in Heidelberg & Dossenheim
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